Zerowaste im Urlaub

Beitragsbild // Lowwaste im Urlaub // Das Bild zeigt eine gepackte Kiste mit Lebensmitteln, verpackt und teilweise auch OVP mit und ohne Plastikpackungen.

Was sollen wir mitnehmen, wie bleiben wir nachhaltig?

Zwei Wochen vor Ferienende. Die Augusturlaubszeit ist schon wieder fast vorbei, der Ferienzwang hat die Schreibtische leergeräumt. Für die meisten Menschen ist jetzt wohl Hektik. Papierstapel. Mailstapel. Meetingstapel. Dann, wenn auch die letzte Minute noch vollgestopft und ausgenutzt wurde, steigt man ermattet in irgendein Transportmittel und fährt nach Hause. Bei mir war es ein Bus, und ich bepackt mit einem Einjährigen, Snacks und Stoffwindeln. Alles Dinge, die in den Urlaub mit müssen. Aber was kann man sonst noch Nachhaltiges machen, wenn es auf Reise geht? Was kommt mit, damit man auch im Urlaub Verpackungsmüll spart und wie vermeidet man Verpackungen allgemein?

Wie jedesmal denke ich vor der Abfahrt viel darüber nach, wie wir im Urlaub Müll und Umweltbelastung vermeiden können. Denn meistens klappt irgendwas nicht. Etwas fehlt immer, und im unpassendsten Moment denkt man dann »Ja, klar!« und »Oh Mann…« – Aber wir haben gelernt aus unserem Urlaubsfrust und die Dinge mitgeschrieben! Hier sind unsere Lieblingstipps gegen den Müll auf Reisen.

Zerowaste auf Reisen: Müll sparen für unterwegs und im Urlaub

Tipps gegen den Urlaubsmüll

Ich orientiere mich für diesen Beitrag ein bisschen an Frankreich als Urlaubsland, und an den Verpackungsmüllproblemen, mit denen ich dort immer wieder konfrontiert bin, weil ich diesen Artikel gerade eine Woche vor unserem Bretagneurlaub schreibe. Die Problematik der Müllvermeidung beim Einkaufen ist aber in zahlreichen anderen Urlaubsländern analog. Viel Verpackung, wenig Alternativen, fehlendes Pfandsystem. Man muss selbst mitbringen, was man braucht, und auch mal warten können…

Märkte und kleine Läden sind flexibler mit ihren Verpackungen. Die Tomaten haben wir in unseren Baumwollbeuteln mitgenommen, auch wenn wir für 17g drauf gezahlt haben, weil der Händler fest davon überzeugt war, die Waage hätte keine Tarierfunktion…

Am besten in kleinen Läden einkaufen statt in Supermärkten

Man kann Müll auch nicht immer vermeiden. Wenn es gerade nicht möglich ist, unverpackt einzukaufen, ist es dann immer noch die beste Alternative, eine möglichst große Packung zu nehmen. Was mich an französischen Supermärkten schon immer irritiert hat, sind die teilweise skurril winzigen Packungsformate. Wer…? Wer kauft eigentlich eine Packung mit zwei oder drei Scheiben Schinken? Vermutlich gibt es sogar Packungen mit einer einzelnen! (Spoileralarm: noch nicht).

Es gibt solche Dinger, warum auch immer. Vielleicht durch die eher hohen Lebensmittelpreise bedingt. Denn eine kleine Packung sieht natürlich – insbesondere für den ahnungslosen Touristen – komplett gleich aus wie eine große, ist aber billiger. – Jedenfalls sollte man auf solche Kleinigkeiten achten, wenn man in Ermangelung lokaler Läden oder einer Frischetheke im Supermarkt nicht an Verpackung sparen kann. Besser ist is immer, man geht gleich in kleinere Geschäfte, in denen der Verkäufer vielleicht auch die Zeit hat, zu verstehen, was man will.

Dort sind die Leute oft flexibler, denn sie entscheiden selbst über ihre Verpackungen und nicht der Supermarktbetreiber. Vieles gibt es in kleineren Geschäften auch in Papier, und zwar ohne Sichtfenster. Auch wenn man rechtzeitig intervenieren muss, damit einem zur Sicherheit nicht noch eine Außenrum-Tüte aus Knisterkunststoff angedreht wird…

Zerowaste im Urlaub: Stoffwindeleinlagen auf der Wäscheleine.

Eine Bleibe mit Waschmaschine buchen

Eine Waschmaschine ist klasse. Vor allem an Menschen mit Stoffwindelbaby. Und auch wenn es sich so anhört, als ob es doch logisch ist, erwähne ich es noch mal. Denn ich habe häufig erlebt, dass Stoffwindel-Nutzer sich im Urlaub »den Stress nicht antun« wollen. Dass man glaubt, es ist einfach zu lästig, im Zug, im Auto oder im Flieger mit Stoffwindeln wickeln zu müssen. All das ist nach meiner Auffassung eine Frage der Gewöhnung und der Gleichgültigkeit gegenüber Blicken von Leuten, die keinen Einblick in das Thema haben und evtl. komisch reagieren. Denn es geht. Gut sogar.

Bisher habe ich in jedem Urlaub Stoffwindeln genutzt. Bei einem viertätigen Kurztripp in die Voralpen sogar ohne Waschmöglichkeit. Es ist viel mehr eine Frage der Organisation als eine der Machbarkeit.

Unsere Waschmaschine im Ferienhaus. Oben links Windeleinlagen und Wetbag. Daneben das mitgenommene Waschpulver und das rote China-Töpfchen fürs Baby.

Als Alternative zur Waschmaschine im Apartment oder wo man eben gerade ist, wäre natürlich auch ein Waschsalon eine Idee. In unserem Beispielland Frankreich gibt es an vielen Supermärkten Großwaschmaschinen. Die stehen einfach vor der Tür und jeder kann sie benutzen.

Wenn man zum ersten Mal mit Stoffis verreist, empfehle ich, sie einfach alle mitzunehmen, zumindest die Einlagen. Für den Fall, dass man aus irgendeinem Grund (Wetter, Durchfall-Party, zu spät, zu müde, zu faul) nicht waschen kann, ist es ganz gut, wenn man sich nicht auf eine Minimalausrüstung verlassen muss. Die ist nur sinnvoll, wenn man echt am Gepäck sparen muss. Wir hatten in der Bretagne ein paar Mal den Fall, dass es keinen Wäscheständer gab, nur eine Leine. Und draußen regnete es diesen alles durchweichenden Niesel. Dann muss man warten können, bis das Wetter umschlägt. Die besten Reiseeinlagen sind Prefolds oder Mullwindeln. Sie trocknen am schnellsten und nehmen viel Flüssigkeit auf. Für unterwegs, zum Beispiel im Auto, ist alles gut, was man auch für die Nacht verwenden würde. Wir nehmen Prefolds mit eingeschlagener Mullwindel oder einem Booster dafür.

Prefolds aus Hanf sind extrem saugfähig und erhalten lange ein trockenes Gefühl auf der Haut. Das ist ideal für Autofahrten (oder auch nachts). Sie trocknen auch sehr schnell. Noch schneller trocknen nur gewöhnliche Mullwindeln. Für die Reise haben wir etwa 10 Mullwindeln und 15 Prefolds dabei. Ein paar Booster für die Nacht und Bambuseinlagen kommen noch dazu. Wir benötigen nie so viele, dass der Vorrat aufgebraucht ist, aber das ist auch ganz gut so, denn wir haben keine einzige Wegwerfwindel dabei.

Eine Waschmaschine in der Ferienbude ist aber auch für Leute ohne Baby toll. Man muss dadurch deutlich weniger Kleidung mitnehmen. Und das erlaubt dann ja auch wieder mehr Mobilität. Je nach Möglichkeit und Reiseziel könnte man so vielleicht aufs Auto verzichten und statt dessen das Rad in der Bahn mitnehmen. Man sollte nur bedenken, dass es natürlich am umweltfreundlichsten ist, wenn man die Kapazität der Waschmaschine auch ausnutzt, und nicht mit halber Trommel wäscht. Moderne Maschinen können zwar den Energieverbrauch auf die Ladung anpassen, aber das ist nicht so effizient wie die von vornherein gute Ausnutzung. Man kann, um besonders sinnvoll Energie zu sparen, Buntwäsche (hell und dunkel) zusammen waschen, bei 30°C in einem Öko-Waschgang. Die längere Einwirkzeit bei langsamen Waschgängen ermöglicht, dass die Kleidung trotzdem sauber wird, die Temperatur und damit der Stromverbrauch werden aber reduziert und schnelles, intensives Aufheizen wird vermieden. Wer fusselige Sachen hat und keine weißen Flusen auf dem schwarzen T-Shirt will, steckt die heiklen Sachen einfach in feine Wäschenetze.

Baumwoll-Lappen zum Abwaschen halten sehr lange. Schwammtücher aus Zellulose (und Baumwolle) sind ebenfalls umweltfreundlich. Im Urlaub dürfen sie mit.

Waschmittel / Reinigungsmittel mitnehmen

In unserem Koffer reisen auch Reinigungsmittel mit. Die Idee dahinter war, dass wir in Frankreich immer mal wieder Probleme hatten, günstiges Waschpulver zu finden. Waschpulver an sich gibt es nicht überall. Je kleiner der Supermarkt, desto schlechter die Auswahl. Öko-Waschmittel ist ebenfalls rar. Und eine Flasche normales Colorwaschmittel kann schon mal 7-10 Euro kosten, je nach Größe. Waschpulver bekommt man in kleinen Packungen auch günstiger (ab 4 Euro) aber man spart hier natürlich nur wenig Müll, wenn man mit dem Heimatland vergleicht, wo man ja ohne weiteres Großpackungen kaufen kann.

Auch den selbstgemachten Essigreiniger mitzunehmen (oder einen Teil davon in einer kleineren Flasche) ist gar nicht mal so übertrieben. Vor allem, wenn man ein Ferienhaus gebucht hat und vielleicht die Endreinigung selbst übernimmt. Je nach Urlaubsland und Gastgeber kann die Ausstattung total unterschiedlich sein. Weil wir unser Spülmittel immer im Zerowaste-Laden kaufen, kommt übrigens auch das mit. Das fällt einfach in die Kathegorie »Will ich nicht verpackt kaufen, wenn es alle ist.«

Genauso packe ich auch unsere Baumwolllappen ein, weil ich schon oft erlebt habe, dass die Reinigungssachen in Ferienwohnungen gerne mal ein bisschen versifft sind. Und ich möchte diese Dinge einfach nicht neu kaufen. Solche Sachen bleiben so lange liegen, weil man sie – wieder zu Hause – ja doch nicht braucht.

Die nachhaltigste Möglichkeit, wenn man ums Neukaufen nicht herum kommt oder keinen Platz im Koffer hat, sind ansonsten Essigreiniger/Essigessenz oder Öko-Reiniger, und als Lappen kann man gewöhnliche Schwammtücher kaufen, am besten ungefärbt. Deren Hauptbestandteil ist Zellulose und die ist biologisch abbaubar.

Auf den Wochenmarkt gehen

Oft eine der ersten Sachen, die ich mache, sobald ich in der neuen Bleibe bin, meistens noch bei der Schlüsselübergabe, ist, nach den Markttagen zu fragen. Unser Sommerurlaub führt uns dieses Jahr wie gesagt wieder in die Bretagne. Die Wochenmärkte dort sind toll, es gibt leckeren Käse, »Cidre artisanal« (wobei eigentlich jeder Supermarktkuchen, jede Frittenbude und jeder Austern-Anhänger in der Bretagne dieses Label trägt… aber gönnen wir ihnen den kulinarischen Lokalstolz), und auch schönes Geschirr und Kleinkram. Und vieles bekommt man unverpackt oder in Papier. Deswegen lohnt sich ein Marktbesuch als Alternative vor allem zum Supermarkt eigentlich immer.

Zerowaste-Tüten zum Mitnehmen von losen Waren, einer größeren Menge ganz kleiner Tomaten oder ein paar Brötchen.

Säckchen nicht vergessen

Stoffbeutel und Tütchen müssen natürlich mit, damit das Verpackungsparen klappt. Am besten hat man die Beutel einfach konsequent immer dabei. Das hilft auch, einfach ganz allgemein Verpackungen zu vermeiden, auch die, die nicht aus Kunststoffen aufgebaut sind, wie Papiertüten für Brot oder Gemüse.

Was Abfüllstationen für lose Waren angeht, ist die Entwicklung landesspezifisch sehr unterschiedlich. Auch regional. Das ist in Deutschland ja nicht anders. In Frankreich gibt es mehr und mehr Stationen zum Abfüllen von Schüttgut. Zuletzt habe ich in einem ganz gewöhnlichen Supermarkt eine Bio-Abteilung gesehen, in der eine ganze Wand mit Schüttgutbehältern war. Das ist natürlich toll. Und das war 2016. Seit dem sind in Frankreich viele Schüttgut-Stände und -Abteilungen in den Supermärkten hinzu gekommen. Die Auswahl kann dabei auch sehr unterschiedlich. Reis, Nudeln, Müsli und Nüsse sind aber häufig dabei. Und natürlich ist es auch immer einen Versuch wert, vor der Abreise zu recherchieren, ob es nicht doch einen Unverpacktladen in der Nähe gibt.

Fresskiste packen

Die Fressbox ist bei uns für den Urlaub mit Auto mittlerweile Standard. Da in Ferienhäusern total oft irgendwas fehlt, kommen sowohl Küchenutensilien als auch Nahrungsmittel mit. Das Essentiellste sind Gewürze, Olivenöl und Essig (in kleinen Flaschen), Pfeffer, Salz und Kaffee. Wenn ich nicht gerade in ein Land reise, in dem diese Dinge klein, lecker und plastikfrei zu kriegen sind, nehme ich sie mit. Ich nehme den Urlaub auch gerne mal zum Anlass, Geschenkgrößen aufzubrauchen, sie sonst nur dekorativ rumstehen. Oder um den exotischen Kaffee aufzubrauchen, an den ich mich noch nicht ran getraut habe. Apropos. An einem kleinen Kaffeekocher schleppt man sich ebenfalls nicht kaputt, aber er ist eine echte Wohltat, wenn man mal in einer Ferienwohnung war, in der es nur einen einzigen Topf und keinen Wasserkocher gab, und man dort für zwei Wochen die in der Tasse gebrühte Plörre gesoffen hat.

Zum Transport von Essen sind übrigens Papiertüten empfehlenswert. Für Sachen, die vor Feuchtigkeit geschützt werden müssen, nehme ich gern alte Haferflocken-Tüten. Die sind doppelwandig und halten einiges aus. Die Tüten haben den Vorteil, dass man sie leer machen und dann auf der Rückfahrt Volumen sparen kann (oder Platz für Souvenirs hat, wenn man denn will). Das ist ganz angenehm. Und auch sonst schleppe ich ungern Vorratsdosen aus Glas mit, weil schwer und zerbrechlich, oder die doch nicht so dichten und praktischen Stoffbeutel. Die sind schön zum Einkaufen aber nicht zum Lagern. Zum Verschließen der Papiertüten nehmen wir Papierklemmen oder Gummis.

Verzichten können

Wenn man so darüber nachdenkt, wie man Müll also vermeiden kann, wenn man auf Reisen ist, dann bekommt man schnell das Gefühl, dass es, wie zu Hause auch, eben ein wenig Aufwand ist. Man kennt die Gegebenheiten im Urlaubsland eher nicht so gut. Man muss erst wieder suchen.

Aber ein wichtiger Punkt, der hiermit zu tun hat, der nur eben nicht so richtig zu Urlaub passt, ist Verzicht. Im Urlaub will man sich Dinge gönnen, alles haben, genießen. Verzichten will man da nicht. Ich finde diesen Rückschluss ehrlich gesagt etwas komisch. Nach der Vorstellung: »Jetzt bin ich hier, und wenn es hier nur Dinge gibt, die ich eigentlich nicht kaufen will, dann kaufe ich sie trotzdem, weil es mir sonst Mühe macht.« – Das hatte man doch früher ganz genauso in Deutschland. Jeder, der lowwaste schon länger macht, kennt dieses Problem.

Vor ein paar Jahren waren lowwaste und zerowaste gar nichts. Fast niemand kannte und wollte das und man wurde teilweise sogar beschimpft. Heute ist es ein Trend. Also. Warum nicht mal besinnen darauf, wie es früher ging und gehen musste. Und, klar, wenn man den Kaffee nicht so kriegt, und aber unbedingt welchen will… ich verstehe das schon. Aber ich trinke dann fürs bessere Gefühl eben lieber für die Zeit den losen Schwarztee – wenn nötig, mitgebracht.

Dennoch muss man auch das Große/Ganze im Kopf behalten. Wer 14h Autofahrt mit Baby auf sich nimmt statt 1.5h zu fliegen, muss sich vielleicht nicht komplett totschämen, weil es mal irgendein Komfortfutter aus der Tüte gibt.

Genauso wenig sollte man sich aber von einem großen unentspannten Wunsch nach Genuss leiten lassen, der nur daher kommt, dass man ja im Urlaub ist und jetzt endlich mal 24/7 alle seine Bedürfnisse befriedigen möchte. Das bessere Gefühl, wenn man die Ferienbleibe mit einem nicht übervollen Mülleimer verlässt, ist es wert.

Müll mitnehmen

Apropos Mülleimer… Müll entsteht ja nicht nur dort, wo man schläft. Je nachdem, was man tut, produziert man immer mal wieder Abfall unterwegs. Einmal habe ich auf einer Fähre ein Croissant gekauft und Kaffee. Dazu gab es Besteck in einem Papier-Kuvert zusammen mit der Serviette. So schnell kannst du gar nicht »Nein danke!« sagen…

Ich finde gerade Papier ganz rettenswert, da es sich so gut recyceln lässt. Deswegen nehme ich meinen Papiermüll so gut wie immer mit. Das betrifft zwar mehr das Unterwegssein im Alltag als das Reisen, aber auch im Urlaub gibt es immer wieder Entsorgungssituationen, die mich ärgern und weil wir als Zerowaste-Fans ohnehin nicht viel Müll haben, sind das auch keine großen Mengen. Wenn ich sehe, wie im Hotel alles in einen Eimer geschmissen wird, dann mache ich da nicht mit.

Vielleicht ist der Gedanke auch für manche vollkommen absurd, weil sie zu Hause pro Woche dreimal einen Mülleimer füllen. Aber für mich ist das total selbstverständlich geworden. Müll hat eigentlich immer einen richtigen Ort für die Entsorgung. Alles andere ist dann eben der falsche Ort. Und für Wertstoffe ist der Restmüll nun mal nicht das, was ich unter richtig verstehe.

Clean-up

Vom Mitnehmen des eigenen Mülls ist es dann auch kein weiter Gedankensprung mehr zum Mitnehmen des Mülls anderer Leute. Wer im Urlaub so richtig Lust auf Clean-up bekommt, bringt ein paar Arbeitshandschuhe mit und eine alte Tasche, und nimmt sich an einem Tag einen Strand oder eine Wanderstrecke vor, die man sowieso besuchen wollte. An vielen Stränden gibt es Mülleimer, wo das Gesammelte direkt entsorgt werden kann, auch wenn manche Leute die einfach von vornherein nicht zu finden scheinen…

Auf der Homepage der Initiative Ocean Initiatives findet man zB. Termine für Beach Clean-ups. So etwas gibt es aber auch für Städte, und man kann sich auf den Webseiten der jeweiligen Kommunen dazu informieren. Wenn man dann gerade da ist, kann man einfach mitmachen.

In der Thermostasche bleibt das Käsebrot und der Joghurt kalt. Die Blechdose schützt Obst und Gemüse. Unsere Teller sind aus Melamin, einem sehr beständigen Kunststoff. Das macht sie leicht und haltbar.

To Go-Sachen für Essen und Getränke

Auf Reise sein ist immer eine Herausforderung an die Gewohnheit. Wenn man zu Hause schon viel Zeit unterwegs verbringt, ist es vielleicht etwas einfacher. Ich habe etliche To Go-Untensilien und die sind mir ziemlich wichtig. Aber während ich sie im Alltag schon immer viel mitgeschleppt habe, hatte ich sie im Urlaub oft nicht dabei. Ich dachte oft, wir versorgen uns doch selbst und wenn es sein muss, kann man ja den Kaffee »to stay« trinken. Leider ist das ein Trugschluss.

Ich denke da immer an die Autobahn und meine ersten Zerowaste-Versuche. Entweder waren wir nicht schlagfertig genug mit dem »Nein! Nein!« oder es scheiterte an der Motivation, sich und seinen To-Go-Kram aus dem Auto in die Raststätte zu schleppen, nur um einen Kaffee zu trinken. Aber den Kaffee will man dann doch, ne? Also wird er zum Auto geschleppt… Den Plastikdeckel weglassen? Ja, ging wieder so schnell… oder »Dann läuft er doch aus!« Oder man hat einfach nicht dran gedacht.

So ist das oft und das ist doch schade. Deswegen ist es das Beste, es wie bei den Säckchen zu machen. Einfach immer mitnehmen, was geht. Auch, wenn man schon am Urlaubsort ist, können die To-Go-Dinger noch praktisch sein. Picnic oder Durchfahrt oder Warten müssen oder Strandfraß. Ja, der liebe Strandfraß! Da gibt es Fritten oder Crêpes (oder was auch immer in eurem Urlaubsland gerade so geht), doch so oft mit Plastikgeschirr und Plastikbesteck. Das kann man so alles vermeiden.

Stoffservietten aus Musselin und eine Bestecktasche, in der zwei Bestecksets und ein Schälmesser Platz haben.

Zu unseren To Go Essentials gehören deshalb Stoffservietten, Besteck, zwei Melamin-Teller, eine Kühltasche, zwei Kaffeebecher und eine Brotbüchse. Außerdem hat jeder noch eine Wasserflasche.

Einkaufstasche(n)

Fast hätte ich sie jetzt unterschlagen, weil sie so banal ist. Die Stofftasche! Der Satz »Je n’ai pas besoin d’un sac, merci.« ist mir schon in Fleisch und Blut übergegangen. Zwar ist man in vielen Ländern von kostenlosen Plastiktüten abgekommen aber es gibt immer noch viel zu viele davon. Mit Papiertüten ist es ähnlich. Hier denkt man noch weniger dran, dass auch sie ja eine unnötige Umweltbelastung sind. Die kann man vermeiden. Dabei sollte jeder Mitreisende am besten seine eigene Tragetasche dabei haben. Tendentiell vergisst man sie sowieso irgendwo oder kauft doch mehr Zeug als geplant.

Übersetzungen recherchieren

Zuletzt keine Empfehlung für eine Sache, sondern etwas zu tun. – Wer reist, der muss mit Menschen reden. Gerade in Regionen, in denen zerowaste noch kein Ding ist und Leute irritiert reagieren, wenn man die wunderbare »hygienische« Tüte nicht will, kann es helfen, ein paar Sätze parat zu haben, um zu erklären, warum einem das wichtig ist. Die Eigenarten von Ausländern werden ohnehin oft leichter akzeptiert und es ist gar selten schwer, sich da durchzusetzen. Man muss sich nur trauen. Ich sage dann einfach immer ganz viel Nein und ganz viel Danke. Ich freu mich ja auch, wenn ich keinen blöden Strohhalm im Glas hab. Und vielleicht merken die Menschen es dann irgendwann doch. So ein Querulant, das fällt schließlich auf. Und wenn mehr und mehr Leute im Urlaub keine Lust auf Kompromisse haben, und es einfach mal versuchen zu kommunizieren, dann wird es irgendwann auch bemerkt. Davon bin ich überzeugt.

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